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Berndorf, Jacques:
Eifel-Träume
Grafit Verlag, Dortmund
314 Seiten
9,90 Euro




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Mein Urteil über:

Jacques Berndorf:   Eifel-Träume

Krimiserien sind für den Leser eine feine Sache. Hat man mehrere Bände gelesen, so kennt man die wichtigsten Personen, ist vertraut mit dem Ort der Handlung, hat die Macken des Helden schätzen und lieben gelernt. Ja, man meint ihn zu kennen, wie einen guten Arbeitskollegen, vielleicht sogar wie einen Freund. So ist es mir jetzt auch beim neuen, den elften, Eifel-Krimi von Jacques Berndorf ergangen.

Auch in Eifel-Träume ist die bekannte Truppe rund um den sympathischen Journalisten Siggi Baumeister versammelt. Emma, Jüdin und ehemalige Polizeipräsidentin von s'Hertogenbosch, ihr Mann und Baumeisters bester Freund, der Kriminaloberrat a. D. Rodenstock, der ohne Zigarre, Bitterschokolade und Kaffee keinen Fall lösen kann, und Vera, Baumeisters Freundin, die ihn vor einiger Zeit verlassen hatte, um im Polizeipräsidium von Mainz Karriere zu machen, ist auch zurückgekehrt. Ach ja, und wir lernen Baumeisters Tochter, Clarissa, kennen.

Als die Geschichte beginnt hat Baumeister das, was man auf Neudeutsch den Blues nennt. Unzufrieden mit sich und mit der Welt im allgemeinen und mit seinem Schicksal im besonderen hadernd, vergräbt er sich in seinem Haus. Und so ist die dpa-Meldung über den Mord an der dreizehnjährigen Annegret und der bald darauffolgende Rechercheaufrag der Hamburger, "nichts Schnelles, nichts Überhastetes, nichts für einen Tag" für unseren Helden ein guter Anlass, die dumpfe Grübelei zu beenden und sich in die Aufklärung des Falles zu stürzen.

Mord an einem dreizehnjährigen, gut aussehenden Mädchen und wenn dann am Tatort noch Spuren von Sperma gefunden werden, dann liegt der Verdacht des sexuellen Missbrauchs nahe. Und das ist auch die Spur, die Baumeister als erstes verfolgt. Denn es gibt da Gerüchte über den Bürgermeister, der pädophile Neigungen haben soll. Aber schon bald erfährt Baumeister bei seinen Nachforschungen, dass der Fall doch nicht so einfach gelagert ist, wie er ursprünglich dachte. Der verdächtige Bürgermeister erweist sich als unschuldig und lenkt die Aufmerksamkeit der Fahnder auf den zwielichtigen Unternehmer Schmitz, der mit Bestechung versucht, sich Macht und Einfluss in der Kommunalpolitik zu sichern, um in einem Naturschutzgebiet Vulkanasche abbauen zu können. Und dann ist da noch die Clique mit der Annegret zusammen von der Schule nach Hause gegangen war und von denen auch nicht alle die Wahrheit gegenüber der Polizei gesagt haben.

Wie auch seine Vorgänger ist auch Eifel-Träume ein gut geschriebener, leicht zu lesender Kriminalroman. Man erfährt mal wieder ein bißchen Eifeler Lokalkolorit, und bekommt Lust dieser Region mal endlich den längst überfälligen Besuch abzustatten.




          © Jürgen Heße, Januar 2005

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