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Grimes, Martha:
Die Treppe zum Meer
Goldmann Verlag, München
414 Seiten
23,00 Euro




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Mein Urteil über:

Martha Grimes:   Die Treppe zum Meer

Schon lange war mir die amerikanische Krimiautorin Martha Grimes und ihre Serienfigur Inspektor Jury vom Namen her bekannt. Doch bislang war ich noch nicht dazu gekommen, einen ihrer Romane zu lesen. Vor ein paar Wochen habe ich dann bei ebay den Roman "Die Treppe zum Meer" ersteigert und mich auf ein paar spannende Stunden gefreut.

Doch daraus wurde leider nichts, denn dieser Roman gehört mit zu den langweiligsten Büchern, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Nur an zwei, drei Stellen schafft es die Autorin auf ein paar Seiten Spannung zu erzeugen, ansonsten plätschert die Handlung seicht vor sich hin. Von psychologischer Raffinesse, von einer tiefergehenden Beschreibung der handelnden Personen ist keine Spur zu finden und auch die Morde, um die es geht, erscheinen mir doch ein wenig arg konstruiert.

Die Handlung sei hier wenigstens in Umrissen kurz skizziert: Melrose Plant, langjähriger Freund von Inspektor Jury, mietet sich für ein paar Monate in einem kleinen Dorf an der Küste Cornwalls ein Herrenhaus. Die Eigentümer des Hauses, die Familie Bletchley hatten es vor langer Zeit, nach dem ihre beiden Kinder am Fuße der Klippen eines Nachts unter mysteriösen Umständen ertranken. Wer oder was die Kinder damals nach draußen lockte, konnte nie geklärt werden.

Kurz nachdem sich Plant in sein neues Domizil einquartiert hat, wird auf einem Pfad eine unbekannte Frau erschossen aufgefunden. Und zur gleichen Zeit verschindet auf unerklärliche Weise Chris Wells, die Lieblingstante des Lebenskünstlers Johnny, mit dem sich Plant angefreundet hat.

Und dann wird noch in einem Sanatorium, das Morris Bletchley, der Vater von Daniel Bletchley, betreibt, der an Aids erkrankte Tom Letts, erschossen.

Natürlich ist jede Romanhandlung in gewisser Weise konstruiert, aber die Art und Weise wie Grimes einen Zusammenhang zwischen diesen Vorfällen herstellt, kam mir bei der Lektüre dieses Romans doch allzu gezwungen vor.

Ich will deshalb auch nicht weiter auf Einzelheiten der Handlung eingehen, weil es sich meines Erachtens einfach nicht lohnt.

Mein Fazit: Für alle, die an akuten Einschlafproblemen leiden, sei dieses Buch zur Lektüre empfohlen. Ansonsten sollte man seine Lesezeit nicht damit verschwenden.

          © Jürgen Heße, März 2004

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