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Die Otherland - Tetralogie von Tad Williams
Alle vier Bände sind im Klett - Cotta Verlag, Stuttgart erschienen und kosten pro Band 25,50 Euro.
Mein Urteil über:
Tad Williams: Otherland
Zugegeben Fantasy - und Science Fiction Romane gehören seit vielen Jahren nicht mehr zu meiner Standardlektüre. Eine zufällig im Radio gehörte Besprechung des ersten Bandes der Otherland - Tetralogie "Stadt der goldenen Schatten" von Tad Williams machte mich jedoch neugierig auf dieses Werk und ich muss sagen, dass "Otherland" zum Spannendsten gehört, was ich in den letzten Jahren gelesen habe.
Die Geschichte spielt in der Mitte des 21. Jahrhunderts. Das Internet ist mittlerweile für den größten Teil der Menschen zum integralen Bestandteil des Lebens geworden. Je nachdem was und wieviel man sich leisten kann, bewegen sich die Menschen in virtuellen Phantasiewelten, die, abhängig von der zur Verfügung stehenden Hard- und Softwareausstattung, der Realität mal mehr, mal weniger täuschend echt nachempfunden sind. Auch Stephen, der kleine Bruder der Computerdozentin Renie Sulawyo, hält sich ständig im Netz auf.
Eines Tages geraten er und sein Freund in einen verbotenen Bereich des Netzes aus dem sie von Renie nur unter Lebensgefahr gerettet werden können. Stephen fällt unmittelbar darauf ins Wachkoma. Für Renie und ihrem Schüler und Freund !Xabbu, dem letzten lebenden Buschmann, ist klar, dass die Ursache für Stephens geheimnisvolle Erkrankung im Netz zu suchen ist. Als sie kurz darauf bei ihren Recherchen feststellen, dass Tausende von Kindern an der gleichen Erkrankung wie Stephen leiden, machen sie sich auf die Suche nach den Verantwortlichen. Nach und nach erfahren sie von dem Otherland Projekt, dem größten Netzprojekt, das es je gegeben hat und das von der geheimnisvollen Gralsbruderschaft, einen Zusammenschluss der reichsten und mächtigsten Männer der Welt erschaffen worden ist.
Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe anderer Menschen, die ebenfalls dem Geheimnis von Otherland auf die Spur kommen wollen, gelingt es Renie, !Xabbu und den anderen in das Otherland - Netzwerk einzudringen. Doch als sie in Otherland eingedrungen sind, müssen sie feststellen, dass ihnen der Rückweg in die reale Welt versperrt ist. Gefangen in Otherland und verfolgt von dem irrsinnigen Killer Dread, den die Gralsburuderschaft auf sie angesetzt hat, irrt die Gruppe, die wenig später auch noch getrennt wird, durch eine Reihe phantastischer Welten - Tad Williams schöpft hier wahrhaftig aus dem Vollen, immer auf der Suche nach dem Anderen, dem Herrscher über Otherland.
Tad William ist mit der Otherland - Tetralogie ein grandioses Werk gelungen. Es ist gelungene Mischung aus Science Fiction, Krimi und Fantasy, die den Leser von der ersten Seite an in ihren Bann zieht. Ob er nun das Genre des Science Fiction Romans revolutioniert hat, wie es einige euphorische Kritiker behaupten, vermag ich nicht zu sagen. Aber gut 3.600 Seiten spannende Lektüre kann ich Ihnen versprechen.
© Jürgen Heße, Oktober 2003 |